Nacktfotos über Whatsapp gefordert: 19-jähriger vor Gericht

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Ein 19-jähriger Salzburger forderte über Whatsapp Nacktfotos von einer 13-jährigen. Die Bilder landeten auf Facebook. Versuchter sexueller Missbrauch Unmündiger, pornografische Darstellung Minderjähriger und versuchte Nötigung lautet nun die Anklage.

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Pornografische Inhalte per WhatsApp zu verbreiten kann die Polizei auf den Plan rufen, vor allem wenn Minderjährige dargestellt werden. (Fotomontage Whatsappguru)
Pornografische Inhalte per WhatsApp zu verbreiten kann die Polizei auf den Plan rufen, vor allem wenn Minderjährige dargestellt werden. (Fotomontage Whatsappguru)

Der Beschuldigte bestritt, vom tatsächlichen Alter der Minderjährigen gewusst zu haben. »Sie hat gesagt, sie ist 16 Jahre alt«, beteuerte er. Er habe sie im Sommer 2015 in einem Schwimmbad kennengelernt. Über eine Freundin sei sie an seine Nummer gekommen und habe ihn über Whatsapp angeschrieben.

Es begann wohl eine harmlose Kommunikation mit Smileys und Herzchen, bei der die 13-jährige angeblich auch gestand, dass sie in ihn verliebt sei. Im weiteren Verlauf soll er dann die Nacktfotos von ihr gefordert haben.

Warum macht man so etwas?

Die beiden Richterinnen des Salzburger Schöffensenates wollten wissen, warum jemand so etwas tut. »Es gab eigentlich keinen Grund dafür«, war die Antwort des 19-jährigen. »Ein Freund hat mir auch einmal solche Fotos geschickt. Vielleicht wollte ich wissen, ob ich das auch schaffen würde. Es ist ein Reiz da, wie weit geht die?« Jedenfalls habe er mit den Nacktfotos nichts vorgehabt, sagte er zu Richterin Madeleine Vilsecker. Ein Freund habe diese zufällig auf seinem Handy gesehen. »Ich habe die Fotos nicht weitergeschickt und nicht auf Facebook gestellt«, beteuerte er.

Nötigung, wie der Staatsanwalt ihm vorwarf, sei ebenfalls nicht im Spiel gewesen. Danach soll er dem Mädchen und dessen Freundin gedroht haben, sie »kaltzustellen«, falls sie »Scheiße herumerzählen«. Damit habe er nur gemeint, er würde »alles aufdecken, alles klarstellen«, weil die Mädchen erzählt hätten, er habe auch Sex mit ihnen gehabt.

Freispruch gefordert

Verteidiger Kurt Kozak erklärte, die Fotos hätten mit Pornografie nichts zu tun, es sei keine sexuelle Handlung dargestellt worden. Sein Mandant habe sie zudem nicht ins Internet gestellt. Auch die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Nötigung seien unberechtigt. Er forderte daher Freispruch oder ein mildes Urteil für seinen Mandanten.

Die Anwältin des Mädchens warf dem Angeklagten vor, die Verliebtheit der 13-jährigen drastisch ausgenutzt zu haben. Sie forderte einen symbolischen Teilschmerzensgeldbetrag von 200 Euro.

Das Urteil steht noch aus. Der Prozess wurde auf den 4. Mai vertagt, um weitere Zeugen zu hören.

Kein Einzelfall

Leider häufen sich derartige Fälle in letzter Zeit, wie eine Mediensprecherin der Staatsanwalt Salzburg letze Woche erklärte. Junge Mädchen seien sich der Tragweite ihres Handelns oft nicht bewusst.

Quelle: Salzburg 24

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